Fragen an das Startup preodri

predori GmbH

Stefan Brehm und Konstantin Schmitz sind die Gründer der predori GmbH sowie Entwickler des gleichnamigen Patentrecherchetools predori. Konstantin brennt für KI, Stefan ist deutscher Patentassessor. Zu wissen, was man aus patentrechtlicher Sicht darf, ohne Rechte Dritter zu verletzen, und was noch schutzfähig ist, um das eigene Patentportfolio auszubauen, ist Voraussetzung für eine Vielzahl unternehmerischer Entscheidungen. Schnelle Patentrecherchen sind riskant; gute Patentrecherchen sind teuer. Um diesen Status Quo zu überwinden wurde das Patentrecherchetool predori entwickelt. Durch den Einsatz neuester Technologien der maschinellen Sprachverarbeitung und durch einen interaktiven Workflow, in dem die künstliche Intelligenz von predori Nutzer:innen bei der optimalen Formulierung einer Suchanfrage unterstützt, gelingen hoch präzise und treffsichere Patentrecherchen im Handumdrehen.

2018 sind Stefan und Konstantin auf die Probleme bei Patentrecherchen gestoßen. Stefan sammelte als Werkstudent in einer Patentanwaltskanzlei Erfahrungen im Bereich Patentrecherche, zeitgleich war Konstantin dabei, sich auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz weiterzuentwickeln. Während ihres Studiums der Physik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Ulm kam ihnen 2018 die Idee predori ins Leben zu rufen. Nach einer Reihe von Prototypen fanden sie 2020 den richtigen Weg, um Patentrecherchen nachhaltig zu vereinfachen und zu verbessern. Ihre Fähigkeiten, Patentrecht und künstliche Intelligenz, haben sich bei der Entwicklung hervorragend ergänzt.

Wir haben Stefan und Konstantin von predori unsere Fragen gestellt:

Warum wird bei der Patentrecherche eine Vereinfachung durch KI benötigt?

„Schau, jährlich kommen über eine Millionen neue Patentdokumente hinzu, gleichzeitig gilt aber alles was seit James Watt und der Dampfmaschine bis heute veröffentlicht wurde als Stand der Technik. Im Grunde sehr viele Datenpunkte, sodass Patentrecherchen schon aufgrund der Datenmenge schwierig sind. Dazu kommt, dass Patentrecherchen bisher vom Workflow her sehr viel Erfahrung benötigen – ein Erfinder kann also nicht ohne Weiteres mit dem Recherchieren loslegen. Digitalisierung im Patentwesen hatte bislang bedeutet, dass man den Workflow von Papier in den Computer holt. Gerade bei Patentrecherchen hat sich der mühselige Workflow seit den Zeiten der großen Papierberge nicht weiterentwickelt. KI ist also das Mittel der Zeit, um nicht gegen den „digitalen Papierberg“ zu arbeiten, sondern mit ihm zu interagieren.

Das weitaus größte Problem ist aber die Sprachbarriere: Patente dürfen ein eigenes Vokabular einführen. Patentanwälte sagen dazu: Patente bilden ihr eigenes Lexikon. Und gerade da liegt die Problematik. Wenn du zum Beispiel eine besondere Kameralinse für Smartphones suchst wirst du wohl kaum nach einer „Fokussiervorrichtung für eine Anordnung zum Einfangen von Bildern in einem mobilen Endgerät zur Telekommunikation“ suchen. Genau so heißt deine Idee aber vielleicht in Patenten. predori hilft dir nun dadurch, dass unser Sprachmodell in der Lage ist deine allgemeinsprachliche Beschreibung in „Patentsprech“ zu übertragen. Somit kannst du deine Suche mit weiteren Begriffen, die du selbst nicht in Erwägung gezogen hättest, optimieren und findest was du suchst.

Gleichzeitig ermöglicht die Unterstützung durch KI natürlich auch schnellere Recherchen, da große Textmengen Nutzerfreundlich aufbereitet werden können. Vor dem Hintergrund immer größerer Datenmengen und der zunehmenden Anzahl an Patentrechtsstreitigkeiten wird zukünftig kein Unternehmen und keine Patentanwaltskanzlei mehr ohne KI recherchieren können.“

Inwieweit unterstützt eure KI den Prozess der Patentrecherche?

„Unsere KI hilft dem Nutzer schrittweise die Recherche durchzuführen. Im ersten Schritt hilft die KI dabei, die technischen Merkmale einer Suchanfrage herauszuarbeiten. Anschließend schlägt die KI alternative Formulierungen und Synonyme vor, die in den über 150 Millionen Patentdokumenten gewonnen werden. Zudem Analysiert die KI die Ergebnisse, arbeitet die Relevanten Textstellen heraus und Markiert dem Nutzer, warum die sie , also die KI, ein Dokument für relevant hält.

Der zentrale Ansatz von predori ist es, dass die KI „nur“ ein Werkzeug für Nutzer:innen ist. Patentrecherchen kommen nicht ohne menschlichen Sachverstand aus. Durch die gegenseitige Wechselwirkung menschlicher Intuition und künstlicher Intelligenz entsteht aber etwas völlig Neues – einfach auffindbare Patente auch für nicht Patentfachleute wie beispielsweise Entwickler:innen oder Produktmanager:innen. predori steht daher vor allem für Mensch+KI Interaktion.“

Kann die KI auch bei der Markenrechtsrecherche unterstützen?

„Markenrecherchen sind derzeit nicht in unserem Fokus. Hierfür gibt es bereits eine Reihe wirklich guter und sogar kostenloser Lösungen.“

Was sind eure Tipps für andere Gründer:innen?

„Sucht euch die richtigen Mitgründer:innen, die performant und qualifiziert genug sind mit euch einen sehr langen und anstrengenden Weg zu gehen. Bei uns im Team gab es in vier Jahren zwar unzählige schwere Diskussionen aber nicht einen Konflikt. Baut euer Team groß genug auf. Denkt groß. Fangt an zu machen. Nehmt Angebote wie den Gründermotor oder (in anderen Bundesländern) vergleichbare Acceleratoren an. Schützt euer geistiges Eigentum von Beginn an und recherchiert gefälligst mit predori ;-)“

In der Zukunft wollen Stefan und Konstantin predori zum begehrtesten Patentrecherchetool für Unternehmen und Patentanwälte weiterentwickeln. Ihre Vision lautet: „Enable knowledge-based Strategy“.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg predori!